Digitalisierung

Natursteinplatten digitalisieren — vom Foto zur Steingalerie

11. April 2026 8 min

Im Lager hinter der Produktionshalle stehen 300 Platten, teilweise von Projekten übrig, teils noch auf Projekte wartend. Der Senior-Chef wusste zu jeder einzelnen, woher sie kam und für wen sie reserviert war. Jetzt steht neben all den gestiegenen Anforderungen der Generationswechsel an. Es braucht ein einfaches System, mit dem die Belegschaft arbeiten kann. Der Einstieg ist einfacher als gedacht: Smartphone, Barcode-Drucker, eine Stunde pro Tag und eine einfache Software. In wenigen Tagen ist der erste Bestand digital sichtbar und nutzbar. Dieser Artikel zeigt den konkreten Weg für Betriebe mit wenigen Mitarbeitern vom ersten Barcode bis zur erfassten Platte.

Natursteinplatten digitalisieren — vom Foto zur Steingalerie

Was "Platten digitalisieren" in der Praxis heißt

Die Ist-Situation: viele Aufträge, viel Bürokratie, die permanente Suche nach guten Mitarbeitern, ein Lager mit 200 bis 500 Platten, eine 5-Achs-Brückensäge in der Produktion — das Plattenlager läuft über Kopfwissen und Papierlisten. Die Maschinen sind auf dem neuesten Stand, das Lager nicht.

Die Platten warten auf die Verarbeitung: Bäder, Küchen, Böden, Treppen, Fensterbänke. Es braucht den schnellen Überblick, um mit wenig Aufwand kalkulieren zu können — eine Anfrage für ein Bad bedeutet: Habe ich genug vom gewünschten Material im Lager oder muss ich bestellen? In welcher Stärke sind meine Restplatten, welche Oberfläche haben sie? Passt das Plattenformat auf die Planung? Wie sehen die Platten aus? Bisher heißt das: Rausgehen, die Platten einzeln umlegen, nachschauen, notieren. Digital heißt das: Vom Büro aus sehen, was da ist! Und mit diesem Wissen in Minuten ein präzises Angebot machen.

Natursteinplatten digitalisieren bedeutet: Jede Platte einmal erfassen — Foto, Maße, Oberfläche, Barcode — und ab dann vom Büro aus nutzen. Nicht als Excel-Zeile mit "Botticino, 285×182, poliert", sondern als reales Bild der konkreten Platte und der genauen Plattenform. Das Interessante dabei: Heutzutage geht das ohne große Investition. Für einen Betrieb mit 300 bis 900 Platten reicht das Smartphone als Einstieg. Zum Beispiel über die eigene DDL-Plattform kann damit direkt der Bestand digitalisiert werden — nach und nach und ohne großen Aufwand. In vier Schritten: Account auf dem Smartphone öffnen, Platte hinzufügen anwählen, ein Foto mit dem Smartphone machen, die Maße eingeben, den Barcode dazu erstellen oder falls vorhanden abfotografieren — fertig. Mit etwas Übung weniger als eine Minute pro Platte.

Natursteinplatten im Gestell, die manuell geprüft werden müssen
Nicht digitalisierte Platten müssen zeitaufwändig von Hand für die Eignung im Projekt geprüft werden — jedes Mal aufs Neue — jedes Mal mit verlorener Arbeitszeit verbunden.
3 Min.
Das ist der durchschnittliche Aufwand pro Platte, um ein komplettes digitales Abbild mit Foto, Maßen und Barcode zu erstellen. Ein starkes Verhältnis im Vergleich zu den Zeiten, die Mitarbeiter im Durchschnitt pro Jahr mit der Suche nach der richtigen Platte im Lager verbringen.
DDL-Kundenfeedback

Vier Methoden — und warum das Smartphone reicht

1

Smartphone

Geringste Einstiegshürde. Platte an Ort und Stelle fotografieren, Maße eingeben, Barcode drucken und aufkleben. Für einen Betrieb mit weniger als 500 Platten im Hof ist das Smartphone die richtige Wahl — kein Equipment nötig, keine Schulung, sofort einsetzbar.

2

Fotobooth

Fester Aufbau mit gleichbleibendem Abstand und Licht. Reproduzierbare Qualität, Platten müssen zum Standort bewegt werden, daher ca. 30 Platten pro Tag. Sinnvoll ab dem Moment, wo Plattenfotos an Kunden und Architekten gehen sollen.

3

Professionelle Fotostation

Hochauflösend (32-40 MP), kalibriertes Licht, Defekte und feine Adern erkennbar. Für Betriebe, die ihre Steingalerie als Verkaufskanal einsetzen — wo Bildqualität über den Verkauf entscheidet.

4

Inline-Scanner

In der Produktionslinie integriert. Scannt automatisch nach dem Polieren — 12K bis 21K Auflösung, 16 Sekunden pro Platte. Für Produzenten mit hohem Durchsatz, nicht für den typischen Verarbeitungsbetrieb.

Mehr Details zu den vier Methoden mit Kostenvergleich und Herstellern: Steinplatten fotografieren — Smartphone bis Scanner.

Der praktische Einstieg — Barcode, Smartphone, System

Der Einstieg braucht keine große Investition. Ein Smartphone, Barcodes und ein System, das beides verbindet. Das Smartphone ist sicherlich vorhanden — aber was ist mit dem Barcode-Drucker? Wer keinen Barcode-Drucker hat, kann diese bei einem Druckservice bestellen. Dazu werden im System zum Beispiel 1.000 Barcodes angelegt und als Print-PDF an den Service verschickt. Und dann:

Barcodes drucken (lassen) und aufkleben. Jede Platte bekommt einen eindeutigen Barcode — gedruckt auf wetterfeste Etiketten, aufgeklebt auf die Platte oder den Lagerplatz. Ab diesem Moment ist die Platte im System identifizierbar. Das Etikett überlebt Regen, Staub und Gabelstapler.

Systematisch durchgehen. Methodisch: Platten pro Material, Gestell für Gestell. Eine Stunde pro Tag, jede aufgenommene Platte ist durch den Barcode erkennbar — sie ist im System mit: Foto, Maße, Material, Oberfläche, optional auch mit dem Standort. Reststücke separat erfassen und ebenfalls einstellen.

Neue Platten sofort erfassen. Jede Platte, die ins Lager kommt, wird beim Eingang erfasst. Foto, Barcode, Einlagerung — ein Vorgang, drei Minuten. Nach wenigen Wochen wächst der digitale Bestand automatisch, weil neue Platten grundsätzlich digital ankommen und alte schrittweise nachgezogen werden.

Der Aufwand relativiert sich schnell: Ein Mitarbeiter, der zehn Minuten pro Tag mit Suchen verbringt, verliert über ein Jahr 40 Stunden — eine volle Arbeitswoche. Ein digitaler Bestand mit Suchfunktion macht diese Suchzeit überflüssig.

Beim Platteneinkauf zukünftig nach den digitalen Daten fragen!

Der eigene Bestand ist eine Fleißaufgabe. Neue Einkäufe die immer wiederkehrende. Doch halt — hier gibt es gute Nachrichten.

Die großen Plattenproduzenten und -händler haben ihre Bestände längst digitalisiert. Jede Platte hat einen Barcode, ein hochauflösendes Foto, hinterlegte Maße und Blockzuordnung. Diese Daten existieren bereits — sie müssen beim Kauf nur mit übergeben und ins eigene System übernommen werden.

In der Praxis heißt das: Beim nächsten Einkauf bei einem Produzenten nachfragen, ob er seine Platten digital führt. Das Datenpaket gleich mitbestellen. Das ist kein Aufwand und erzeugt auch keine Mehrkosten. Mit der Auftragsbestätigung kommen dann die Plattenfotos, Barcodes, Maße, Materialbezeichnung — alles in einem Export. Diese Daten fließen direkt ins eigene System, ohne doppelte Eingabe. Der Barcode, der auf der Platte klebt, bleibt der gleiche vom Produzenten bis ins eigene Lager.

Das spart den kompletten Erfassungsaufwand für Neuware und stellt sicher, dass die Datenqualität von Anfang an stimmt — professionelle Fotos und exakte Maße vom Produzenten statt Smartphone-Schnappschüsse im eigenen Hof.

Wer diesen Datenfluss einmal einrichtet, hat bei jedem folgenden Einkauf null Erfassungsaufwand für die neuen Platten. Die Digitalisierung des Altbestands bleibt als einmalige Aufgabe — die Zukunft läuft automatisch.

Und das Beste: Beim Wareneingang kann mit dem Smartphone und einer Handy-App gleich alles auf Vollständigkeit abgeglichen werden sowie ein Lagerort zugewiesen werden.

Vom Lager ins Angebot — schnell und präzise kalkulieren

Eine Anfrage kommt rein: ein Bad mit Wandflächen, Boden, Vor- und Rücksprüngen, Schwelle, verschiedene Oberflächen, Aufmaß vor Ort, Plangrundlagen als PDF. Bisher heißt es Pläne anschauen und zusammenfassen. Dann: rausgehen, Gestelle durchschauen, Platten umlegen, Maße schätzen, zurück ins Büro, Angebot schreiben. Digital heißt das: Steingalerie öffnen, nach Material und Stärke filtern, Restfläche prüfen, Abfallfaktor einrechnen — Angebot inklusive des gewählten Steines erstellen, in Minuten statt in Stunden.

Bestand vom Büro aus sehen. Die Steingalerie zeigt den gesamten Plattenbestand: Foto, Maße, Oberfläche, Verfügbarkeit. Filtern nach Material, Stärke, Farbe. Auf einen Blick sehen, ob genug Material für das Projekt da ist — ohne ins Lager zu laufen.

Reststücke in die Kalkulation nehmen. Ein Restbestand aus einem früheren Projekt hat noch Wert, wenn er in die nächste Kalkulation einfließt. Aus Reststücken lassen sich im Handumdrehen für schnelle Anfragen Fensterbänke, Türschwellen u.v.m. schneiden — wenn diese auffindbar sind. Digital vorhanden werden Restbestände zu Umsatz statt zu Lagerkosten. Mehr dazu: Verschnitt optimieren im Natursteinbetrieb.

Dem Kunden zeigen, was verbaut wird. Der Kunde für das Bad möchte sehen, wie der Stein aussieht. Und nicht jeder hat die Zeit ins Lager zu kommen. Statt ihn jetzt ins Lager einzuladen, können die konkreten Platten am Bildschirm gezeigt werden oder per Link mitgeschickt — mit realen Fotos, Maßen und Verfügbarkeit. Die Praxis zeigt: Freigabe kommt schneller, weil der Kunde weiß, was er bekommt.

Vom Angebot ins Projekt. Aus der Kalkulation wird so ein Projekt. Was digital im Hintergrund passiert, unterstützt den gesamten Prozess auch in kleinen Betrieben: Platten werden reserviert, Schnittdaten können direkt vor dem Zuschnitt geplant und optimiert werden, Zuschnittsdaten und CNC-Export werden vorbereitet. Der gesamte Workflow von der Verlegeanordnung bis zur Maschine: Naturstein-Zuschnitt: Vom CAD-Plan zur CNC-Maschine.

Das Lager digitalisieren — welche Möglichkeiten ergeben sich daraus

Sobald der Plattenbestand digital erfasst ist, verändert sich der Arbeitsalltag an mehreren Stellen gleichzeitig — ohne dass neue Geräte oder Schulungen nötig sind. Das Smartphone oder Tablet reicht.

Barcode scannen, Platte sehen. Im Lager den Barcode einer Platte mit dem Handy scannen — sofort erscheint die Platte in der Galerie: Foto, Maße, Oberfläche, Einkaufspreis, wann und wo eingekauft, aktueller Status. Keine Rückfrage im Büro, kein Ordner durchsuchen. Die Information steht zur Verfügung, wo sie gebraucht wird — bei der schnellen Auswahl für ein Projekt.

Nachbestellungen mit Datenimport. Wird Material nachbestellt, können die Plattendaten des Lieferanten direkt importiert werden. Die neuen Platten sind sofort im System — mit Foto, Maßen und Barcode. Kein erneutes Fotografieren, kein manuelles Eintragen. Bei der Anlieferung nur noch per Smartphone abgleichen: Stimmt die Lieferung mit der Bestellung überein? Lagerort zuweisen, fertig.

Inventur per Smartphone. Statt Klemmbrett und Strichliste: Barcode scannen, bestätigen, weiter. Jede gescannte Platte wird als geprüft markiert. Am Ende zeigt das System, was fehlt, was hinzugekommen ist und wo Abweichungen liegen. Die Inventur, die früher zwei Tage dauerte, ist in einem halben Tag erledigt.

Alles auf einem Gerät. Platte erfassen, Bestand prüfen, Angebot vorbereiten, Lieferung kontrollieren, Inventur durchführen — ein Smartphone, eine App, ein System. Keine verschiedenen Programme, keine Zettel, keine Medienbrüche zwischen Lager und Büro.

Plattendigitalisierung mit DDL

Von der Platte mit Barcode zur digitalen Steingalerie — der Workflow in DDL
Vom Barcode im Lager zur digitalen Galerie mit Maßen, Oberfläche und Blockzuordnung — ein Workflow, drei Schritte.

DDL erfasst Platten per Smartphone — Foto aufnehmen, Barcode drucken, aufkleben, fertig. Der Clou: Was als Lagerübersicht beginnt, wächst zur kompletten Projektabwicklung. Angebot aus dem Bestand erstellen, Platten reservieren, Schnittdaten planen, CNC-Export — die gesamte Wertschöpfungskette in einem System. Bestehende Scanner-Systeme werden über StoneSync angebunden, Lieferantendaten beim Einkauf direkt importiert.

Plattendigitalisierung kennenlernen

System statt Kopfwissen — der Einstieg ist einfacher als gedacht

Für den Steinverarbeiter bedeutet Natursteinplatten digitalisieren nicht, Geld und Zeit in Scanner-Technik zu investieren. Es bedeutet: den eigenen Bestand so aufbereiten, dass jeder Mitarbeiter darauf zugreifen kann. Smartphone und im besten Fall ein eigener Barcode-Drucker reichen für den Start. Neueinkäufe können mit digitalen Daten vom Lieferanten übernommen werden. Der Altbestand kann schrittweise nachgezogen werden.

Was es kostet, nicht anzufangen: verlorene Anfragen von Kunden, die Fotos erwarten und nicht persönlich ins Lager kommen wollen. Platten, die niemand mehr findet, weil der einzige Mensch, der den Bestand kannte, nicht mehr im Betrieb ist. Reststücke, die im Lager verstauben statt verkauft zu werden.

Dazu kommt noch die Erkenntnis, dass die junge Generation heute bei allen Arbeiten davon ausgeht, mit digitalen Werkzeugen zu arbeiten. Die eigenen Natursteinplatten zu digitalisieren heißt also auch: junge Mitarbeiter für den Job zu begeistern.

Fragen zur Plattendigitalisierung beantwortet Jan Keller.

Zum Thema: Steinplatten fotografieren — Smartphone bis Scanner und Naturstein digital planen: Der erste Schnitt am Bildschirm.

Platten digital erfassen?

Jan Keller zeigt, wie DDL den Einstieg in die Plattendigitalisierung begleitet — vom Smartphone bis zur Scanner-Migration. Ein Gespräch, 20 Minuten.